Kakerlaken im Haus (auch nachts): Gründe für ihr Auftreten, wo sie sich verstecken und was man tun kann, um sie loszuwerden.

Kakerlaken im Haus zu finden, ist eine Erfahrung, die viele lieber vermeiden möchten. Doch es kommt häufiger vor, als man denkt, besonders in den wärmeren Monaten. Kakerlaken sind nicht nur lästig, sondern auch ein Hinweis darauf, dass es bei der Schädlingsbekämpfung im Haus Verbesserungspotenzial gibt. In diesem Artikel erfahren Sie, woher sie kommen, was ihr Auftreten verursacht, wo sie sich bevorzugt verstecken und wie man sie effektiv bekämpft.

Kakerlaken im Haus (auch nachts): Gründe für ihr Auftreten, wo sie sich verstecken und was man tun kann, um sie loszuwerden.

Kakerlaken im Haus (auch nachts): Gründe für ihr Auftreten, wo sie sich verstecken und was man tun kann, um sie loszuwerden.

Wenn nachts plötzlich eine Kakerlake über den Küchenboden huscht, wirkt das wie ein Schockmoment – ist aber oft ein Hinweis auf günstige Bedingungen in der Wohnung. Kakerlaken nutzen Wärme, Wasser und kleinste Futterquellen sehr effizient. Entscheidend ist, schnell und systematisch vorzugehen: erst Ursachen verstehen, dann Verstecke lokalisieren und schließlich passende Bekämpfungsmaßnahmen kombinieren.

Warum dringen Kakerlaken in Ihr Zuhause ein?

Kakerlaken kommen selten „einfach so“. Häufig gelangen sie über Verpackungen, Einkäufe, Kartons oder Gebrauchtmöbel in die Wohnung. In Mehrfamilienhäusern können sie auch über Installationsschächte, Ritzen, Rohrdurchführungen oder Treppenhäuser wandern, besonders wenn in einer Nachbarwohnung bereits ein Befall besteht. Typische Arten in Deutschland sind die Deutsche Schabe (Blattella germanica) und seltener die Orientalische oder Amerikanische Schabe.

Der wichtigste Anziehungsfaktor ist eine Kombination aus Nahrung, Wasser und Unterschlupf. Schon Krümel unter dem Herd, nicht luftdicht verschlossene Tiernahrung, Fettspritzer an schwer zugänglichen Stellen oder ein über Nacht stehender Bioabfall können reichen. Zusätzlich spielen Feuchtigkeit und Wärme eine große Rolle: undichte Siphons, Kondenswasser hinter Kühlschränken oder dauerfeuchte Fugen bieten ideale Bedingungen.

Wo verstecken sich Kakerlaken?

Kakerlaken sind flach gebaut und bevorzugen enge Spalten, in denen sie mit Rücken und Bauch Kontakt haben. Tagsüber sitzen sie oft verborgen, weshalb man sie eher nachts oder beim plötzlichen Einschalten des Lichts sieht. Besonders typisch sind Verstecke in warmen, dunklen und leicht feuchten Bereichen.

Häufige Hotspots sind die Bereiche hinter und unter Kühlschrank, Herd und Spülmaschine, entlang von Sockelleisten, in Küchenschränken (vor allem nahe Lebensmittel- oder Müllschrank), hinter losen Tapeten, in Kabelkanälen, Steckdosen- und Hohlräumen sowie rund um Wasseranschlüsse. Auch Badezimmer (Waschbeckenunterschrank, Badewannenverkleidung), Abstellräume und Kellerzugänge können betroffen sein. Hinweise sind neben Sichtungen auch Kotkrümel (pfefferartig), Häutungsreste und ein teils muffig-süßlicher Geruch bei stärkerem Befall.

Wie wird man sie los?

Erfolgreich wird die Bekämpfung meist erst durch eine Kombination aus Sofortmaßnahmen, Monitoring und gezielter Behandlung. Zuerst lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme: Wo werden Tiere gesehen, zu welchen Uhrzeiten, und gibt es mehrere Räume? Klebefallen (Monitoring-Fallen) helfen, Aktivitätszonen zu erkennen und den Befallsdruck grob einzuschätzen.

Parallel sollten Sie die Lebensgrundlage entziehen: Lebensmittel in dichten Behältern lagern, nächtliche Wasserquellen reduzieren (Spüle trocken wischen, Lecks beheben), Müll konsequent schließen und regelmäßig entsorgen, Fett- und Krümelbereiche unter Geräten reinigen. Sichtbare Tiere lassen sich kurzfristig absaugen (Staubsaugerbeutel anschließend sofort dicht verschließen und entsorgen). Danach ist Abdichten wichtig: Spalten an Sockelleisten, Rohrdurchführungen und Ritzen mit geeigneten Dichtstoffen schließen. In Mehrfamilienhäusern ist außerdem die Abstimmung mit Hausverwaltung oder Nachbarn relevant, weil Einzelmaßnahmen sonst ins Leere laufen können.

Die wirksamsten Insektizide.

In der Praxis gelten Köderpräparate (Gelköder oder Köderdosen) häufig als besonders geeignet, weil sie zielgerichtet wirken und nicht nur einzelne Tiere „treffen“, sondern auch indirekte Effekte in der Population ermöglichen. Professionelle Anwender nutzen je nach Situation Wirkstoffklassen wie beispielsweise Fipronil, Indoxacarb oder Imidacloprid in Köderformulierungen; in manchen Strategien kommen auch Wachstumsregulatoren (IGR) hinzu, die die Entwicklung stören. Welche Produkte für Privatpersonen verfügbar sind, variiert – maßgeblich sind Zulassung, Anwendungsvorschriften und die Kennzeichnung.

Kontaktinsektizide (z. B. bestimmte Pyrethroide) können zwar schnell wirken, sind bei Kakerlaken aber oft weniger nachhaltig, wenn sie nur oberflächlich versprüht werden: Tiere sitzen in Hohlräumen, und falscher Einsatz kann sie zudem in andere Bereiche verdrängen. Staubpräparate (z. B. Kieselgur/Diätomeenerde in zugelassenen Anwendungen) können in trockenen, geschützten Spalten sinnvoll sein, müssen aber sehr gezielt und staubarm eingesetzt werden. Wichtig ist stets: Etikett lesen, nur für den angegebenen Zweck anwenden, Kinder und Haustiere schützen und Sprühnebel auf Flächen vermeiden, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Wie kann man einem Befall vorbeugen?

Vorbeugung bedeutet vor allem, Eintrittswege zu begrenzen und Ressourcen knapp zu halten. In der Küche helfen regelmäßige Grundreinigungen auch an „vergessenen“ Stellen (unter Geräten, hinter Mülleimern, in Schrankfugen). Lebensmittel und Tierfutter sollten nicht offen stehen, und Arbeitsflächen sollten abends frei von Krümeln und Fettfilmen sein. Feuchtigkeit ist ein zentraler Faktor: Tropfende Eckventile, undichte Dichtungen und Kondenswasser sollten zeitnah behoben werden.

Bauliche Maßnahmen sind oft entscheidend: Türdichtungen, Bürstendichtungen an Wohnungstüren, feinmaschige Gitter an Lüftungsöffnungen sowie das Abdichten von Rohr- und Kabeldurchführungen reduzieren das Risiko deutlich. Beim Eintragen über Kartons oder Lieferungen hilft ein kurzer Check: Kartons nicht lange in der Küche lagern, Verpackungen zügig entsorgen und sensible Bereiche (Vorratsschrank) sauber halten. In Mehrparteienhäusern kann ein koordiniertes Vorgehen mit lokalen Services in Ihrer area sinnvoll sein, wenn wiederholt Tiere auftauchen oder mehrere Wohnungen betroffen sind.

Am Ende zählt ein realistischer Blick: Eine einzelne Sichtung kann ein „Eintrag“ sein, mehrere Sichtungen – besonders nachts und in verschiedenen Räumen – sprechen eher für einen Befall. Wer strukturiert vorgeht, Verstecke identifiziert, Hygiene und Abdichtung verbessert und geeignete Präparate korrekt einsetzt, erhöht die Chance deutlich, Kakerlaken dauerhaft aus dem Wohnbereich zu verdrängen und ein Wiederauftreten zu verhindern.